Samstag, 18. August 2007

Home, sweet home

Neuigkeiten

Würde ich sonst einen Blog schreiben? Jedenfalls habe ich heute endlich Neuigkeiten betreffend meines Aufenthaltes in Bolivien erhalten. Ich möchte ja nichts sagen, aber wurde auch langsam Zeit... An sich hätte es mir zwar nichts ausgemacht bis eine Woche vorher zu warten, wenn man mir nicht gesagt hätte, ich erführe meinen Aufenthaltsort einen Monat vor Abflug. Das Warten zehrte irgendwie doch an meinen Nerven. Und sieh' an, gerade als ich mich mit einer Reise ins Ungewisse abgefunden hatte, erfahre ich doch noch wo's hingeht. Ganz nach dem Motto "Give freely, expect nothing and you will never be disappointed by other people's actions" oder so ähnlich..
"Chum zur Sach!" Ja, ja, ich wollte doch bloss ein wenig Spannung aufbauen.
Facts
Ich werde mein Austauschjahr in Sucre bei Familie Navarro Arias verbringen. Mutter Liby ist Krankenschwester, Vater Luis Chad geologischer Ingenieur. Zusätzlich sind da noch 3 "Kinder", Numa (30) [google meint Numa sei entweder ein lateinischer Name - nur für Jungs, oder muslimischen Ursprungs - nur für Mädchen. We'll see!] sowie Soraya und Soraida, beide 27 - Zwillinge?! Sie, und bald auch ich, leben in einem Einfamilienhaus, zusammen mit einem Hund. (Ich werde Maundzi trotzdem vermissen!) Übrigens habe ich ein eigenes Zimmer *phew*.
Adresse (oder Fragmente davon): Calle Mexico No 363 - Sucre
Finde Sucre ;) 2800 M.ü.M., angenehmes subtropisch-gemässigtes Klima und "gilt mit ihren reichen, gepflegten Plätzen und Parkanlagen als die schönste Stadt Boliviens". Meint Wikipedia. Stimmt hoffentlich, meine ich.


Sucre hat übrigens nichts mit Zucker zu tun, sondern wurde nach dem Revolutionsführer Antonio José de Sucre benannt. Dennoch: "Sie ist für ihre Schokoladen-Spezialitäten bekannt." Ein weiterer Pluspunkt. Ob es wohl Schokolade mit Chili gibt? Hält die Sucre'sche (?) Schokolade dem Direktvergleich mit Schweizer Schoggi stand? Und umgekehrt?


Ich freue mich sehr über meine Platzierung in Sucre, da ich eigentlich von Anfang an dorthin wollte. Ich bin froh, weder im kalten La Paz noch im tropischen Santa Cruz zu sein. Aber war da nicht irgendwann mal was mit einer Priority-List? Genau, zwei Projekte in La Paz, eines in Cochabamba - ohne Rücksicht aufs Klima hatte ich die mir am meisten zu entsprechen scheinenden Projekte ausgesucht gehabt. Erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt. Aber eigentlich ist doch alles gut herausgekommen. Mal schauen welche Projekte Sucre zu bieten hat - zuerst auf dem Papier, und so bald ich dort bin, werde ich die sowieso noch besichtigen. Papier ist geduldig.


Übrigens: Sucre ist Boliviens Hauptstadt - zumindest auf dem Papier. De facto befindet sich der Regierungssitz in La Paz und Sucre beherbergt nunmehr den Obersten Gerichtshof.


Morgen kann ich also endlich mit packen beginnen - Photo vom Rucksack folgt.



P.S.: Anmerkung
Noch eine kurze Anmerkung zu früheren Blogs und kritischen Bemerkungen gegenüber ICYE: Ich bin nach wie vor sehr dankbar dafür eine erfahrene Organisation im Rücken zu haben. Etwaige Sticheleien sollten als konstruktive Kritik und nicht als Hohn und Spott aufgefasst werden. Ich bin überzeugt vom Gedanken, der hinter ICYE steht, und fest entschlossen dereinst als freiwillige Mitarbeiterin mit zu machen. Aber eben: etwas mehr Klarheit in der Kommunikation könnte nicht schaden :) Das Angebot und die Philosophie sind toll und einzigartig.


Mittwoch, 1. August 2007

Keep me right here waiting

Ungewisse Vorfreude
In nur 23 Tagen sitze ich bereits in einer AmericanAirlines Maschine Richtung Dallas-Miami-La Paz! Letzte Sonntag trafen wir uns zur länderspezifischen Vorbereitung; Simone und Stefan (ph?) erzählten uns von ihrer Zeit in Bolivien, unterstützt von einer Checkliste von ICYE. Ein sehr gemütlicher und interessanter Nachmittag, danke für die Einladung Simone :) Beschenkt mit der DVD "Quien mató a la llamita blanca?"- die satirische Sicht auf die Kultur Boliviens - und einigen Koka-Blättern (die übrigens eingeführt wurden...in die Schweiz) - der Duft Boliviens ging es einige Stunden später wieder nach Hause.

Von ICYE gab es eine "Checkliste für das Austauschjahr 07/08 in Lateinamerika" mit vielen nützlichen und hilfreichen Informationen. Beispiele?
"Gepäckstücke: Ein grosser Rucksack ist sehr nützlich"
"Musik: Kassetten (mwahaha!) kannst du vielerorts hören oder vorspielen"
"Schlafsack: Unbedingt mitnehmen"
"Schreibzeug: Wenn du etwas besunderes brauchst oder verschenken möchtest, nimm es mit, sonst kann man auch alles dort kaufen." (In Bolivien gibt es Kugelschreiber :o)
"Kleidung: Ob du mehr warme oder kühle Kleider (kühle Kleider?) mitnehmen sollst, kommt ganz auf die Region an, wo du hinfährst."

Und genau hier liegt die Krux: Noch immer weiss ich nämlich nicht, wohin es mich in gut drei Wochen verschlagen wird. Nicht nur die Höhenunterschiede zwischen den verschiedenen Städten, sondern auch Temperatur- und Klimadifferenzen (Vermeidung einer Wortwiederholung..) sind beträchtlich. In La Paz beispielsweise beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur je nach Quelle (sprich: wikipedia deutsch oder spanisch) zwischen 10° und 16°, in Santa Cruz doch immerhin 25°C.

Langsam aber sicher realisiere ich endlich, dass es bald los geht. Verdammt bald sogar. Konkrete Vorstellungen habe ich nicht, denn dazu fehlen mir schlicht und einfach einige Informationen. Und so bleibt mir vorerst nur eine gewisse diffuse Vorfreude, eine positive Grundstimmung, die da ist und einfach nicht mehr weg will...

Mittwoch, 16. Mai 2007

One Weekend in - Langenthal!

Vorbereitungsseminar
Letztes Wochenende hat das nationale Vorbereitungsseminar für sämtliche AustauscherInnen (19 -Innen, 1-er) in Langenthal stattgefunden. Interkulturelle Spiele (merke: andere Kulturen sind anders!), Power Point Präsentationen von ehemaligen AustauscherInnen, leckeres internationales Essen und gegenseitiges Kennenlernen bildeten das Programm. Nicht zu vergessen der unsägliche Medienworkshop, der uns auf subtile Art davon überzeugen wollte professionelle Berichte anstelle von wirren Blogs *unschuldsblick* zu schreiben. Wirklich Neues gab es kaum zu erfahren, und so waren sich am Ende alle einig: es ginge auch kürzer. Theoretisch. Denn die internationalen ICYE Richtlinien legen eine bestimmte Vorbereitungszeit fest - und daran halten wir uns natürlich ;)
Kennengelernt habe ich 3 ehemalige Bolivien-AustauscherInnen (Heidi, Stefan, Simone) und die beiden andern die dieses Jahr nach Bolivien fliegen werden. Die eine das erste halbe Jahr (Name vergessen, sorry!!) und Valentine ab Januar '08. Vorher treffen wir uns im Juli noch zur individuellen Ländervorbereitung. Oh, und den ersten Boliviano, zur Zeit imAustausch in der Schweiz, habe ich auch getroffen :) Und all die andern netten Austauschers!

Projekte
Nun noch zur Vergangenheitsbewältigung: bereits vor etwa drei Wochen konnte ich ICYE meine Unterlagen schicken: Passkopie, Flugticket-Kopie, Health Certificate (Gesundheitszustand meiner Wenigkeit: "excellent" :p) und... die Priority List! Ich habe mich für drei Projekte entscheiden müssen, und darf nun gespannt abwarten, wohin es mich verschlagen wird. Obwohl ich geschrieben habe, die Projekte seien in willkürlicher Reihenfolge aufgelistet, so habe ich eigentlich doch meinen Favoriten.

1.Wahl: Crecer, Credito con Educacion rural. Kleinstkreditbank, die die KreditbezügerInnen (hauptsächlich Frauen, da die Männer eherlethargisch sind..) weiterbildet. Klingt vielfältig - auch die Kinder der Frauen werden betreut - und wär doch mal was ganz anderes. Xenia arbeitet in einer Bank :) Das Projekt befindet sich in Cochabamba, und das gibt in meiner Wertung Bonuspunkte für mildes Klima (vor allem nach den Kälte-Schilderungen von La Paz von Heidi).

2.Wahl: Kori Nayra. Projekt das Jugendliche aus armen Familien zu Tourist Guides ausbildet. Man entwirft Rundgänge und unterrichtet Englisch, Französisch oder Deutsch. <-> Sprachen unterrichten=super! Kinder? Da stellt sich die Frage nach Autorität, Durchsetzungsvermögen und Stimmvolumen. Das Projekt befindet sich in La Paz.

3.Wahl: International Children's Protection. Eine internationale Kinderrechtsorganisation, Hauptsitz in Genf und eben auch in La Paz präsent. Da ich ja ursprünglich in einer Menschenrechtsorganisation arbeiten wollte, kommt das der Sache am nächsten. Andere Human Rights Projekte verlangten entweder ein "intermediate" Spanisch-Level oder gar ausgebildete Anwälte.

Die Wahl der Projekte war nicht ganz einfach. Zuerst suchte ich spezifisch nach Projekten in Sucre, Tarija und Cochabamba (Klima...). Der Erfolg war aber eher mager, resp. es hatte fast nur Projekte in Kinderheimen (zu dem noch mit "strong christian affinity") oder solche für die ich unterqualifiziert bin. Als ich dann geografische Begebenheiten ausser Acht liess, fand ich die oben genannten^^, die mir - auf dem Papier zumindest - alle sehr gut gefallen.

Abwarten und Tee trinken! Bloss wie lange? Die wirklich wichtigen Infos habe ich letztes Wochenende wohl verpasst...

Nachsatz
p.s.: Vielleicht habt ihrs nicht gemerkt, aber der Medienworkshop hat mich doch beeinflusst: ich habe Zwischentitel gesetzt. Ob die wohl zum Weiterlesen animieren? Und: ich überlege mir tatsächlich unsere Lokalzeitung mit Berichten aus dem bolivianischen Alltagsleben zu beglücken, aber die Idee hatte ich auch vorher schon. Und vielleicht frage ich die auch, ob sie nicht einen Artikel über mich und Tabea schreiben wollen - damit sie endlich eine Gastfamilie findet.