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Mittwoch, 14. November 2007

Entre Ríos, Tarija

Campamento
Richtige "Ferien" gibt es zwar erst Ende Januar, aber dank einem (freiwilligen) ICYE-Camp kam doch mal etwas Abwechslung in mein bolivianisches Alltagsleben. Auch wenn ich mich eigentlich nicht gross beklagen kann, so ganz richtig hat sich das Gefühl von grauerRoutine nämlich noch nicht eingestellt.
Zusammen mit den anderen Sucre-Austauschern (mit Ausnahme von Esther, meiner Landsfrau) fuhren wir am Mittwochnachmittag gegen drei Uhr Richtung Tarija los. Bis kurz nach Potosí war die Fahrt ja noch einigermassen angenehm (d.h. die ersten 4 Stunden). Danach jedoch verliessen wir die asphaltierte Strasse und holperten im Dunkeln durch zahlreiche Umleitungen - an einer besseren Strasse nach Tarija wird schon seit Jahren gebaut, aber das braucht eben Zeit.
Nach 12 Stunden Fahrt kamen wir früh morgens um 6 in Tarija an. Kleiner, grüner und sauberer als Sucre. Den Tag verbrachte ich mit Verwandten meiner Gastfamilie (meine Gastmutter hat Geschwister in nahezu jeder grösseren Stadt Boliviens, kein Wunder bei 8 Stück). Für die 110 Kilometer nach Entre Ríos, unserem Bestimmungsort, brauchten wir fast 4 Stunden - stellt euch bitte eine schmale, unasphaltierte, kurvige Strasse vor...
Im Camp selber genossen wir für drei Tage Natur pur und den Austausch mit unseren Schicksalsgenossen. Auf dem Programm standen ausserdem Reiten, Schwimmen im Fluss, Spaziergang durch die Gegend, Kanufahren im Teich, Abseilen an einer (kaum 4m hohen) Mauer, Besuch einer lokalen Schule&Fussballfreundschaftsspiel, Sightseeing in Downtown Entre Ríos und am letzten Tag Spaziergang durch Urwald (nicht Dschungel!) ähnliches Gebiet um Wasserfälle zu besichtigen.
Drei schöne Tage, allerdings ziemlich wenig wenn man die Anreisezeit von fast 20 Stunden bedenkt. Ich bezahlte das dann auch mit einer Erkältung die an graue, nasse und kalte November erinnerte - und das bei der Hitze, die zumindest am ersten Tag in Entre Ríos geherrscht hat...

http://www.lib.utexas.edu/maps/americas/bolivia_pol93.jpg

Entre Ríos, Tarija


(zurück bei Picasa :))

Der iiih-dee-atsche - oder das neueste politische Ärgernis
Ja, dieser IDH hätte tatsächlich das Zeug zum Unwort wenigstens des Monats aufzusteigen, so oft sieht, hört und liest man darüber. Konkret bezeichnet IDH die Einkünfte aus den Steuern auf Öl, Gas, Diesel&Co., von denen bisher ein Grossteil an die Präfekturen der verschiedenen Departemente gegangen ist. Der gute Evo Morales, Präsident Boliviens, indigener Abstammung, mit über 55% der Stimmen gewählt und Angehöriger des MAS - Movimiento al Socialismo - hat nun aber seinen neuesten Coup gelandet: die "Renta Dignidad". Diese Rente der Würde sichert allen, ausnahmslos allen, über 60-jährigen Bolivianern 200 Bolivianos/Monat zu. Das finden aber Präfekturen, Universitäten, aber auch ältere Leute gar nicht toll - wieso sollen diese Campesinos (vgl. Subventionen an Bergbauern), die ihr Leben nicht gearbeitet haben, jetzt Geld bekommen?
Konsequenz? Das übliche: Demos und Bloqueos, natürlich nur in den Provinzen, die sowieso Regierungskritisch eingestellt sind.

Projekt
Was anfangs einfach perfekt schien, zeigt je länger je mehr Makel: meine Arbeit bei der A.S.E. ist leider immer weniger das, was ich mir vorgestellt habe. Anstatt die Umwelt Sucres zu retten, verbringe ich meine Zeit hauptsächlich im Büro mit Zeitungslesen oder Dokumenten einscannen. Auch so tolle Aktionen wie die Stofftaschen auf dem Markt verteilen oder den Schulen Mülleimer zu schenken vermögen nicht darüber hinweg zu täuschen, dass die A.S.E. eher informativ als aktiv handelt. Auch über den allzu lockeren Umgang mit Geld (aus dänischer, englischer und schweizer Entwicklungshilfe) kann ich nicht länger einfach hinwegsehen. Momentan bin ich also damit beschäftigt, ein neues Projekt ausfindig zu machen. Ein Projekt, in dem ich gebraucht werde und das Gefühl habe etwas zu bewirken. Denn dazu bin ich ja schliesslich hier, um etwas sinnvolles zu machen.

Samstag, 22. September 2007

Gente trabajadora

Das ist nicht nur der unsägliche Jingle der unsäglichsten Radiostation die man sich vorstellen kann - nur Geschwafel, alle zehn Minuten die gleichen Werbeeinspielungen, und das jeden Tag 6 Stunden lang - sondern auch der Teil der Bevölkerung, zu dem ich seit kurzem gehöre. Aber mehr dazu später in diesem Blog ;)

21. September
Tag des Frühlings, der Jugend, der Liebe, der Studenten, der Ärzte und der Automechaniker (sagte zumindest jemand). Ja, während in der Schweiz wohl schon bald der Winter einbricht, werden hier die Tage wärmer und alle freuen sich auf den Frühling. Und weil die Arbeitsmoral in den katholischen Ländern Südamerikas bekanntlich nicht sonderlich ausgeprägt ist, wurde der 21. September kurzerhand zum Feiertag erklärt. Dementsprechend hatte es deutlich mehr Leute in den Strassen und auf den Plätzen, zumeist Eltern mit ihren Kindern.
In den Schulen (so ganz 100% Feiertag ist es wohl doch nicht) erhielten alle einen Snack und ein Getränk, und wurden mit Tanzvorstellungen von Studenten o.ä. unterhalten.
Für uns ICYE-Austauscher war ein Abendessen in einem Restaurant angesagt. Das entpuppte sich schliesslich als Pollo-Schnellimbiss (vergleichbar mit McDonalds) - bloss dass ihnen das Poulet ausgegangen war. Gut 2/3 der Karte waren nicht mehr erhältlich, und überhaupt hatten wir Glück noch bestellen zu können. Es war nämlich schon halb 10 und das Lokal leerte sich rasch. Schliesslich waren wir die einzigen verbliebenen Gäste, die Türe verriegelt, die Musik abgestellt. Und noch immer wartete ich auf mein "Sandwich caliente con Queso y con Jamon"... Es kam endlich doch noch - allerdings kalt, und ob sich sowas Käse schimpfen darf?
Alles in allem war das "Abendessen" ein ziemliches Desaster. Bloss weg von dort. Lieber als mit Oscar und den andern Austauschern etwas trinken zu gehen, schloss ich mich deshalb meiner Gastschwester Soraya an und schnupperte erstmals das bolivianische Nachtleben.

Tag des Fussgängers - Chronik
Heute war also der grosse Tag für unsere Plakate gekommen, erwartungsvoll fuhr ich nach einer allzu kurzen Nacht pünktlich um 9 Uhr zur Plaza 25 de Mayo. Leicht stutzig wurde ich schon, als diese nicht wie angekündigt für den verkehr gesperrt war. Wird vielleicht noch, dachte ich. Um viertel nach 9 traf dann meine Mit-Volontärin Sari ein. Um halb zehn beschlossen wir zum Supermarkt zu gehen. Wieder zurück war Lisbeth, die Sekretärin, und mit ihr unsere Plakate und die Stellwände endlich eingetroffen. Samstags öffnet das Museum nicht und wir haben keine Möglichkeit ins Büro zu kommen. Noch immer rauschte der Verkehr vor sich hin. Von Aktivitäten seitens der Stadtregierung keine Spur. Wir schickten einen Kundschafter zum Parque Bolívar - doch auch dort "nada".
Um 11 traf schliesslich René, der Verantwortliche für die Aktion, aus Cochabamba ein. Um halb 12 hatten wir die Plakate aufgestellt und wurden kurz darauf von einer Politesse nach einer Erlaubnis Bescheinigung gefragt. Wir versprachen um 12 zu verschwinden. Erstmal schickten wir aber Lisbeth aus, Salteñas und Soda zu kaufen. Um viertel vor eins, nachdem die Zwischenverpflegung verspiesen war, packten wir unsere Sachen zusammen.
Bilanz: Diverse verteilte Faltprospekte zum Thema Luftverschmutzung, einige interessierte Betrachter unserer Plakate, wenige Gespräche mit Passanten, eine Anmache von Betrunkenen. Wir haben zwar einige Leute erreicht, unter anderem haben die Schuhputzerjungs unsere Prospekte sehr konzentriert studiert, aber wenn von der Stadtregierung wirklich das Angekündete gekommen wäre, hätten wir viel mehr Aufmerksamkeit für das Problem gewinnen können. Ich bin ja gespannt auf die Erklärung des Umweltamtes!




Ich wünsche den Studenten einen guten Studienanfang, den Schülern&Lehrern schöne Ferien und der arbeitenden Bevölkerung einen erholsamen Sonntag!
Danke für die Kommentare und (v-)Mails :)

Donnerstag, 23. August 2007

I'm off, bye!

Abschied

Das letzte Mal aufwachen, das letzte Mal Zähne putzen, das letzte Mal Frühstücken und Zeitung lesen, das letzte Mal kochen und abwaschen, zum letzten Mal diese oder jene Strasse entlangehen, zum letzten Mal beim Friseur, beim Zahnarzt, im Coop.
"Dire adieu, c'est toujours mourir un peu" - aber nur ein bisschen. Denn schliesslich werde ich spätestens in einem Jahr wieder durch diesen Flur gehen, auf diesem Klo sitzen, aus diesem Fenster schauen.
Und was ist denn schon ein Jahr? Wie schnell verging ein Schuljahr... und wie unendlich lange zog es sich gleichwohl dahin. Was am Ende blieb? Erinnerungen an harte Wochen, gute Zeiten und dumme Sprüche. Mein Jahr in Bolivien vermag hoffentlich tiefer gehende Erlebnisse zu erwecken, un deutlichere Erinnerungen zu hinterlassen.
Noch ein letztes Mal den Spruch des Tages im Mondkalender lesen: "Alle Reisen haben eine heimliche Bestimmung, die der Reisende nicht ahnt." (M.Buber)

Vamos a ver! Bis bald!



Das schnucklige Teil wiegt übrigens die Kleinigkeit von ~17kg.

Und schliesslich: zum letzten Mal das Notebook ausschalten...

Samstag, 18. August 2007

Home, sweet home

Neuigkeiten

Würde ich sonst einen Blog schreiben? Jedenfalls habe ich heute endlich Neuigkeiten betreffend meines Aufenthaltes in Bolivien erhalten. Ich möchte ja nichts sagen, aber wurde auch langsam Zeit... An sich hätte es mir zwar nichts ausgemacht bis eine Woche vorher zu warten, wenn man mir nicht gesagt hätte, ich erführe meinen Aufenthaltsort einen Monat vor Abflug. Das Warten zehrte irgendwie doch an meinen Nerven. Und sieh' an, gerade als ich mich mit einer Reise ins Ungewisse abgefunden hatte, erfahre ich doch noch wo's hingeht. Ganz nach dem Motto "Give freely, expect nothing and you will never be disappointed by other people's actions" oder so ähnlich..
"Chum zur Sach!" Ja, ja, ich wollte doch bloss ein wenig Spannung aufbauen.
Facts
Ich werde mein Austauschjahr in Sucre bei Familie Navarro Arias verbringen. Mutter Liby ist Krankenschwester, Vater Luis Chad geologischer Ingenieur. Zusätzlich sind da noch 3 "Kinder", Numa (30) [google meint Numa sei entweder ein lateinischer Name - nur für Jungs, oder muslimischen Ursprungs - nur für Mädchen. We'll see!] sowie Soraya und Soraida, beide 27 - Zwillinge?! Sie, und bald auch ich, leben in einem Einfamilienhaus, zusammen mit einem Hund. (Ich werde Maundzi trotzdem vermissen!) Übrigens habe ich ein eigenes Zimmer *phew*.
Adresse (oder Fragmente davon): Calle Mexico No 363 - Sucre
Finde Sucre ;) 2800 M.ü.M., angenehmes subtropisch-gemässigtes Klima und "gilt mit ihren reichen, gepflegten Plätzen und Parkanlagen als die schönste Stadt Boliviens". Meint Wikipedia. Stimmt hoffentlich, meine ich.


Sucre hat übrigens nichts mit Zucker zu tun, sondern wurde nach dem Revolutionsführer Antonio José de Sucre benannt. Dennoch: "Sie ist für ihre Schokoladen-Spezialitäten bekannt." Ein weiterer Pluspunkt. Ob es wohl Schokolade mit Chili gibt? Hält die Sucre'sche (?) Schokolade dem Direktvergleich mit Schweizer Schoggi stand? Und umgekehrt?


Ich freue mich sehr über meine Platzierung in Sucre, da ich eigentlich von Anfang an dorthin wollte. Ich bin froh, weder im kalten La Paz noch im tropischen Santa Cruz zu sein. Aber war da nicht irgendwann mal was mit einer Priority-List? Genau, zwei Projekte in La Paz, eines in Cochabamba - ohne Rücksicht aufs Klima hatte ich die mir am meisten zu entsprechen scheinenden Projekte ausgesucht gehabt. Erstens kommt alles anders, und zweitens als man denkt. Aber eigentlich ist doch alles gut herausgekommen. Mal schauen welche Projekte Sucre zu bieten hat - zuerst auf dem Papier, und so bald ich dort bin, werde ich die sowieso noch besichtigen. Papier ist geduldig.


Übrigens: Sucre ist Boliviens Hauptstadt - zumindest auf dem Papier. De facto befindet sich der Regierungssitz in La Paz und Sucre beherbergt nunmehr den Obersten Gerichtshof.


Morgen kann ich also endlich mit packen beginnen - Photo vom Rucksack folgt.



P.S.: Anmerkung
Noch eine kurze Anmerkung zu früheren Blogs und kritischen Bemerkungen gegenüber ICYE: Ich bin nach wie vor sehr dankbar dafür eine erfahrene Organisation im Rücken zu haben. Etwaige Sticheleien sollten als konstruktive Kritik und nicht als Hohn und Spott aufgefasst werden. Ich bin überzeugt vom Gedanken, der hinter ICYE steht, und fest entschlossen dereinst als freiwillige Mitarbeiterin mit zu machen. Aber eben: etwas mehr Klarheit in der Kommunikation könnte nicht schaden :) Das Angebot und die Philosophie sind toll und einzigartig.


Mittwoch, 1. August 2007

Keep me right here waiting

Ungewisse Vorfreude
In nur 23 Tagen sitze ich bereits in einer AmericanAirlines Maschine Richtung Dallas-Miami-La Paz! Letzte Sonntag trafen wir uns zur länderspezifischen Vorbereitung; Simone und Stefan (ph?) erzählten uns von ihrer Zeit in Bolivien, unterstützt von einer Checkliste von ICYE. Ein sehr gemütlicher und interessanter Nachmittag, danke für die Einladung Simone :) Beschenkt mit der DVD "Quien mató a la llamita blanca?"- die satirische Sicht auf die Kultur Boliviens - und einigen Koka-Blättern (die übrigens eingeführt wurden...in die Schweiz) - der Duft Boliviens ging es einige Stunden später wieder nach Hause.

Von ICYE gab es eine "Checkliste für das Austauschjahr 07/08 in Lateinamerika" mit vielen nützlichen und hilfreichen Informationen. Beispiele?
"Gepäckstücke: Ein grosser Rucksack ist sehr nützlich"
"Musik: Kassetten (mwahaha!) kannst du vielerorts hören oder vorspielen"
"Schlafsack: Unbedingt mitnehmen"
"Schreibzeug: Wenn du etwas besunderes brauchst oder verschenken möchtest, nimm es mit, sonst kann man auch alles dort kaufen." (In Bolivien gibt es Kugelschreiber :o)
"Kleidung: Ob du mehr warme oder kühle Kleider (kühle Kleider?) mitnehmen sollst, kommt ganz auf die Region an, wo du hinfährst."

Und genau hier liegt die Krux: Noch immer weiss ich nämlich nicht, wohin es mich in gut drei Wochen verschlagen wird. Nicht nur die Höhenunterschiede zwischen den verschiedenen Städten, sondern auch Temperatur- und Klimadifferenzen (Vermeidung einer Wortwiederholung..) sind beträchtlich. In La Paz beispielsweise beträgt die durchschnittliche Jahrestemperatur je nach Quelle (sprich: wikipedia deutsch oder spanisch) zwischen 10° und 16°, in Santa Cruz doch immerhin 25°C.

Langsam aber sicher realisiere ich endlich, dass es bald los geht. Verdammt bald sogar. Konkrete Vorstellungen habe ich nicht, denn dazu fehlen mir schlicht und einfach einige Informationen. Und so bleibt mir vorerst nur eine gewisse diffuse Vorfreude, eine positive Grundstimmung, die da ist und einfach nicht mehr weg will...

Mittwoch, 16. Mai 2007

One Weekend in - Langenthal!

Vorbereitungsseminar
Letztes Wochenende hat das nationale Vorbereitungsseminar für sämtliche AustauscherInnen (19 -Innen, 1-er) in Langenthal stattgefunden. Interkulturelle Spiele (merke: andere Kulturen sind anders!), Power Point Präsentationen von ehemaligen AustauscherInnen, leckeres internationales Essen und gegenseitiges Kennenlernen bildeten das Programm. Nicht zu vergessen der unsägliche Medienworkshop, der uns auf subtile Art davon überzeugen wollte professionelle Berichte anstelle von wirren Blogs *unschuldsblick* zu schreiben. Wirklich Neues gab es kaum zu erfahren, und so waren sich am Ende alle einig: es ginge auch kürzer. Theoretisch. Denn die internationalen ICYE Richtlinien legen eine bestimmte Vorbereitungszeit fest - und daran halten wir uns natürlich ;)
Kennengelernt habe ich 3 ehemalige Bolivien-AustauscherInnen (Heidi, Stefan, Simone) und die beiden andern die dieses Jahr nach Bolivien fliegen werden. Die eine das erste halbe Jahr (Name vergessen, sorry!!) und Valentine ab Januar '08. Vorher treffen wir uns im Juli noch zur individuellen Ländervorbereitung. Oh, und den ersten Boliviano, zur Zeit imAustausch in der Schweiz, habe ich auch getroffen :) Und all die andern netten Austauschers!

Projekte
Nun noch zur Vergangenheitsbewältigung: bereits vor etwa drei Wochen konnte ich ICYE meine Unterlagen schicken: Passkopie, Flugticket-Kopie, Health Certificate (Gesundheitszustand meiner Wenigkeit: "excellent" :p) und... die Priority List! Ich habe mich für drei Projekte entscheiden müssen, und darf nun gespannt abwarten, wohin es mich verschlagen wird. Obwohl ich geschrieben habe, die Projekte seien in willkürlicher Reihenfolge aufgelistet, so habe ich eigentlich doch meinen Favoriten.

1.Wahl: Crecer, Credito con Educacion rural. Kleinstkreditbank, die die KreditbezügerInnen (hauptsächlich Frauen, da die Männer eherlethargisch sind..) weiterbildet. Klingt vielfältig - auch die Kinder der Frauen werden betreut - und wär doch mal was ganz anderes. Xenia arbeitet in einer Bank :) Das Projekt befindet sich in Cochabamba, und das gibt in meiner Wertung Bonuspunkte für mildes Klima (vor allem nach den Kälte-Schilderungen von La Paz von Heidi).

2.Wahl: Kori Nayra. Projekt das Jugendliche aus armen Familien zu Tourist Guides ausbildet. Man entwirft Rundgänge und unterrichtet Englisch, Französisch oder Deutsch. <-> Sprachen unterrichten=super! Kinder? Da stellt sich die Frage nach Autorität, Durchsetzungsvermögen und Stimmvolumen. Das Projekt befindet sich in La Paz.

3.Wahl: International Children's Protection. Eine internationale Kinderrechtsorganisation, Hauptsitz in Genf und eben auch in La Paz präsent. Da ich ja ursprünglich in einer Menschenrechtsorganisation arbeiten wollte, kommt das der Sache am nächsten. Andere Human Rights Projekte verlangten entweder ein "intermediate" Spanisch-Level oder gar ausgebildete Anwälte.

Die Wahl der Projekte war nicht ganz einfach. Zuerst suchte ich spezifisch nach Projekten in Sucre, Tarija und Cochabamba (Klima...). Der Erfolg war aber eher mager, resp. es hatte fast nur Projekte in Kinderheimen (zu dem noch mit "strong christian affinity") oder solche für die ich unterqualifiziert bin. Als ich dann geografische Begebenheiten ausser Acht liess, fand ich die oben genannten^^, die mir - auf dem Papier zumindest - alle sehr gut gefallen.

Abwarten und Tee trinken! Bloss wie lange? Die wirklich wichtigen Infos habe ich letztes Wochenende wohl verpasst...

Nachsatz
p.s.: Vielleicht habt ihrs nicht gemerkt, aber der Medienworkshop hat mich doch beeinflusst: ich habe Zwischentitel gesetzt. Ob die wohl zum Weiterlesen animieren? Und: ich überlege mir tatsächlich unsere Lokalzeitung mit Berichten aus dem bolivianischen Alltagsleben zu beglücken, aber die Idee hatte ich auch vorher schon. Und vielleicht frage ich die auch, ob sie nicht einen Artikel über mich und Tabea schreiben wollen - damit sie endlich eine Gastfamilie findet.

Samstag, 20. Januar 2007

May the adventure begin :)

Guet, grad es Abentüür chames ja (no) nid nenne. Abr i ha mir halt vorgnoh usfüehrlech, und zwar vo Afang bis zum bitteren Ende, über mis (zuekünftige) Ustuschjahr z'blogge, und weni mir öppis i Chopf setze...

Hüt isch jedefalls z'erschte vo insgesamt drü Vorbereitigsseminar gsi. Ha zwar zure scho fasch unchrischtlech früehe Zyt müesse ufstah u mitem Zug uf Bärn fahre, abr süsch ischs no kuhl gsi :) Scho woni uf dr grosse Schanze mis Plänli ha zückt het mi d'Nicole us Thun aghoue und so si mir zäme zum Aki gloffe. Und wil das ja würklech diräkt näbedran isch (wini ersch jetz weiss..) si mir über e halb Stund z'früeh gsi und umegstande wi bstellt u nid abgholt. Dä Hobby-Verein isch nämlech no mitts i de erschte Vorbereitige gsteckt. D'Befürchtig das mir di einzige 2 sige het sech glücklicherwiis nid bestätiget, insgesamt si mer 8 Kandidatinne gsi (u öppe glichviil Betröier). Düre Tag dür hei mir Infos über d'Organisation übercho (--->http://www.icye.ch), hei üs Gedanke über d'Volontär Arbeit gmacht, Z'Mittag gässe, si einzeln interviewt worde, u hei o meh als gnueg Zyt übercho zum di verschidene Länderordner z'studiere, dr Programmpunkt "Wie finde ich eine Gastfamilie?" het mi glücklicherwiis id bsunders kümmeret wil mini Familie bereit isch öpper ufznäh (zum Glück! i liebe si drfür...nid nur wili die 1200.- äxtra nid mues zahle, o was drhindersteit und so..) me het üs gseit was mit em Gäld wo mir zahle (und es isch nid wenig :/ ) passiert, und schliesslech, ändlech, nach immerhin nur 7 u nid wie zersch akündiget 10 Stund hei mir üs verabschidet. Zersch hei mir allerdings no dörfe Rückmäldig gä...

So, jetz chli zu mir. I wett es Ustuschjahr als Volontär uf Bolivie mache. Und zwar wili
1) nach 12 Jahr Schuel eis öppis sinnvolls wett mache
2) Spanisch wett lehre
3) öppis nöis gseh und erläbe
und wiso Bolivie? Wil ds Südamerika nur Bolivie, Ecuador, Kolumbie u Brasilie zur Uswahl stöh. Ds Brasilie redet me bekanntlech portugues (odr öppis ähnlechs) und woni atönt ha das Kolumbie ono öppis wär isch mini halbi Verwandtschaft Sturm gloffe, es sig ja soooo gfährlech. Cha ja scho si, immerhin chunnt mini Tante vo Kolumbie - getrout sech aber nüm häre. Anderersiits... chli weniger Schmuck&Co. täts doch o? :p
Bolivie isch ono interessant wägem höche Ateil vor indigene Bevölkerig, de Indigenas (ja, ja, ja nid Indios!)
Und hüt hani no mit dr Florine gredt - odr besser si mit mir, wo 5 Mönet ds La Paz isch gsi. Und si het mir würklech vorgschwärmt, u wett o gärn no einisch ga. Si het mir no so über ds Ässe verzellt (Riis mit Härdöpfel, odr schwarzi, gefriertröchneti Härdöpfel (Spezialität!) und geng, geng Fleisch, v.a. Poulet odr Hackfleisch. Empfohle het si mir Teigtäsche vo de Strasseständ und Saftständ wome d'Frücht uswählt wonär gad presst wärde...mmmmmmh) I schribe das übrigens hie uf, nid wili dänke dases öpper wahnsinnig interessiert, sondern damit is nid vergisse :)
Was mir dä Tag bracht het? I würd säge es het mini Entscheidig gfestiget und mir e chli z'Gfüehl gä dases richtig isch das z'mache. Und weni so dra dänke, gspüri scho es bitzeli Vorfröid...

Wyter geits ersch mitemne 3-tägige Camp vom 22.-24. Juni, z'Aarburg. Bis denne!
x.